OCG Zeugnisse

„3x ratsch und dann die Erleuchtung“
Zeugnis von OCG’er Raphaela G., A (17 J.)

Zum ersten Mal seit einigen Wochen zog ich wieder eine meiner Jeanshosen an. Schon beim Anziehen wurde ich daran erinnert, dass sie mir bereits etwas zu klein war, aber das bewies sich am stärksten durch folgende Situation: Plötzlich, während des Tages, machte es „ratsch!“ und ich musste einen Riss in der Hose feststellen. Tja, das war nicht wirklich das Beste, das mir passieren konnte, aber ich nahm es mal so hin…

Am nächsten Tag versuchte ich dann mein Glück mit einer anderen Jeans. Doch – zu meinem Erstaunen über diesen „Zufall“ – blieb es beim Niedersetzen auch nicht ohne Folgen: Ein diesmal bereits vorhandener, kleiner Riss (den hatte ich schon vergessen ?) riss weiter auf – an derselben Stelle wie bei der Hose am Tag zuvor. ,,Okay, dann war‘s das mit der Hose wohl auch gewesen.“

Aber die Geschichte ist hier noch nicht zu Ende. Der darauffolgende Tag war der Ostersonntag, und wie es halt so ist, zog ich einen meiner schönsten Röcke an. Am Nachmittag spielten wir zusammen im Garten. Ich machte einen Sprung nach hinten und siehe da: Das mir nun wohlbekannte Geräusch „rrrratsch!“ eroberte einmal mehr (diesmal nur viel lauter ?) – alle Ohren. Zu meinem grossen Erschrecken erblickte ich einen langen Riss an der Hinterseite des Rockes. Wir alle konnten uns, nachdem wir uns von dem ersten Schrecken erholt und die Umstände realisiert hatten, nicht mehr zurückhalten und mussten laut lachen. Wie ist das nur möglich?

Ich wusste genau, dass Gott mir damit irgendwas sagen möchte. Und als ich so vor meinem Kleiderschrank stand und etwas zum Anziehen suchte, das nicht sofort reisst ?, merkte ich: Ich habe in letzter Zeit oft darüber geklagt, dass ich so wenig Kleidung habe, die ich zu verschiedenen Zwecken anziehen kann! Hin und wieder fand ich grad nichts Passendes zum Anziehen und begann zu murren über meinen Mangel an „gescheitem Gewand“. Und all das, ohne zu sehen, was ich bereits hatte! Zum Beispiel verglich ich mich mit den Schwestern, die viel mehr Kleider haben, und so erschien mir mein Mangel gleich riesengross. Jedes Mal hörte ich sie dann wieder sagen: „Das gibt´s doch nicht. Schau mal, du hast so viel Kleidung, und es kommt ja auch ständig was Neues dazu! Da ist doch sicher irgendwas dabei!“ Und Jesus brachte doch immer noch ein passendes Outfit zum Vorschein! ? Es kam mir so vor, als würde Gott mir die Augen öffnen für das, was schon DA ist, es neu zu schätzen und dort Seine „kreative Entfaltung“ zu erleben, wie ich z. B. Kleidungstücke kombinieren kann… Nicht ständig nur das zu sehen, was ich gerne noch haben würde usw.

Mir wurde auf einmal bewusst, dass es sich bei mir im Geistlichen doch genau gleich verhält! So oft mache ich noch aus Mücken einen Elefanten, wenn es z. B. um Fehler in der Familie geht … Ein kleines Problem und meine Welt bricht zusammen. Doch das bereits Gewordene erscheint mir sehr klein und nicht beachtenswert.

Viel mehr möchte ich nun, wie es auch in der gleichnamigen Botschaft bzw. dem Lied von Familie Sasek heisst, „Von Neuem sehn“, was bereits alles da und geworden ist, das hervorheben und mich daran erfreuen!

So habe ich jetzt z. B. auch begonnen, täglich in meinem Tagebuch viel mehr die schönen kleinen und grossen Wunder festzuhalten und den Fokus nicht mehr so stark auf das zu legen, was alles noch verbessert werden soll. Das lässt mich nun jeden Tag neu staunen über diesen WUNDERVOLLEN Gott, den wir haben und der mit uns diese so spannende Geschichte schreibt! Und es fördert auch das Gesamte viel stärker, als wenn ich immer nur am Jammern bin über alle Niederlagen und Fehler …! Und meine vorhan-denen Kleidungsstücke bekommen auch wieder viel mehr Sinn und Beachtung ?

Ganz herzlich

Eure Raphaela

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2020-07-22T20:07:44+00:00